Farben formen Räume: Zeitgenössische Buntglas-Architektur neu gedacht

Gewähltes Thema: Zeitgenössische Nutzung von Buntglas in der Architektur. Entdecken Sie, wie heutige Gebäude mit lebendigem Licht erzählen, Orientierung geben, Energie sparen und Identität stiften. Abonnieren Sie unseren Blog, teilen Sie Ihre Eindrücke und gestalten Sie die Diskussion rund um farbiges Licht im Stadtraum mit.

Warum Buntglas heute wieder strahlt

Die Reise des Buntglases führt von sakralen Ikonen zu Alltagsorten: Bibliotheken, U-Bahnhöfen, Sporthallen und Rathäusern. Farbige Scheiben lenken Lichtströme, mildern Blendung und verwandeln neutrale Räume in erinnerbare Orte. Erzählen Sie uns, welches Gebäude Sie durch sein farbiges Licht nie wieder vergessen konnten.
Laminiertes Glas, UV-stabile Pigmente, keramischer Digitaldruck und dichroitische Beschichtungen erweitern das Repertoire. Motive werden hochauflösend eingebrannt, Interlayer sorgen für Sicherheit und Akustik, Beschichtungen modellieren Spektren. Dadurch entstehen robuste, wartungsfreundliche Fassaden, die zugleich poetisch und performativ sind.
Neulich stand ich unter einem gläsernen Vordach am Bahnhof, als die Sonne kurz durchbrach: Die Halle tauchte in wandernde Blau- und Bernsteinflächen. Das Gemurmel wurde leiser, als ob alle kurz innehielten. Solche Augenblicke zeigen, wie Buntglas Alltagsstress in stilles Staunen verwandeln kann.

Materialien und Techniken der Gegenwart

PVB- oder EVA-Folien mit eingefärbten Inlays werden zwischen zwei Glasscheiben laminiert. Das Ergebnis: splitterbindend, sicher und akustisch wirksam. Farbfolien lassen sich mischen, um Nuancen zu erzeugen, ohne die Transparenz zu verlieren. So entstehen langlebige Paneele, die Normen erfüllen und trotzdem filigran wirken.

Materialien und Techniken der Gegenwart

Keramische Tinten werden digital auf Floatglas gedruckt und beim Vorspannen eingebrannt. Das macht Motive abriebfest, UV-stabil und wetterbeständig. Vom sanften Raster bis zur fotorealistischen Bildwelt ist alles möglich. Gleichzeitig steuern Deckungsgrade Lichtdurchlass, Sichtschutz und Solarwärmeeintrag sehr präzise.

Buntglas und Nachhaltigkeit

Farbige, teils transluzente Muster streuen Licht tief in den Grundriss, mindern Blendung an Arbeitsplätzen und senken den Strombedarf. Spektral selektive Schichten dämpfen Infrarotanteile, ohne Farbwahrnehmung zu zerstören. Das Ergebnis: angenehm temperierte Räume, die zugleich lebendig und funktional ausgeleuchtet sind.

Buntglas und Nachhaltigkeit

Halbtransparente PV-Module mit farbigen Beschichtungen verbinden Kunst und Energiegewinnung. Leichte Musterung erhalten Durchsicht und erzeugen Strom, ohne als Technik zu dominieren. Gerade in Atrien und Vordächern entsteht so eine poetische, produktive Decke, die Strahlung filtert und messbar zum Energiehaushalt beiträgt.

Erlebnis, Gesundheit und Orientierung

In komplexen Gebäuden helfen farbige Lichtfelder bei der Orientierung. Ein grün getöntes Treppenhaus, ein warmes orangefarbenes Foyer: Besucher merken sich Atmosphären schneller als Nummern. Buntglas schafft Merkanker, die Menschen leiten, ohne sie mit Schildern zu überfrachten. So wird Wayfinding fast spielerisch.

Erlebnis, Gesundheit und Orientierung

Kinderkliniken berichten, wie sanft gefiltertes Licht Ängste mindert und Wartezeiten subjektiv verkürzt. Pastellfarbene Paneele lassen Gesichter natürlich erscheinen, was Kommunikation erleichtert. Eine Pflegerin erzählte, dass ihr Stationsflur durch helles Blau ruhiger wurde und Gespräche leiser, als wäre die Luft weicher geworden.

Stadtraum, Identität und Beteiligung

Muster können aus historischen Textilien, Flussläufen oder Dialektkarten abgeleitet werden. Digital auf Glas übertragen, werden sie kollektives Gedächtnis, ohne folkloristisch zu wirken. So verankern Gebäude sich im Kontext und bleiben doch offen für neue Interpretationen durch wechselndes Licht und Wetter.

Planungsleitfaden: Vom Konzept zum gebauten Licht

01

Briefing und Ziele schärfen

Definieren Sie Atmosphären, Tageslichtziele, Blendgrenzen und Sichtbezüge. Klären Sie Brandschutz, Sicherheit, Reinigung und Zugänglichkeit früh. Binden Sie Nutzergruppen ein und verorten Sie Farbzonen entlang realer Wege. So entsteht ein belastbares Konzept, das Technik und Poesie konsequent verbindet.
02

Prototypen und Mock-ups

Bauen Sie reale Musterelemente in Originalgröße, testen Sie sie bei Sonne, Wolken und Dämmerung. Messen Sie Leuchtdichten, prüfen Sie Blickwinkel, beobachten Sie Schattenverlauf. Erst im Maßstab 1:1 zeigt sich, ob Muster zu grob oder zu fein sind, und wie Farben auf Materialien im Raum reagieren.
03

Planung digital unterstützen

Nutzen Sie parametrische Tools für Tageslichtsimulation, Farbdichte und thermische Lasten. Verknüpfen Sie Daten mit Fertigungsformaten, um Fehler zu vermeiden. Iterieren Sie Varianten gemeinsam mit Herstellern, und dokumentieren Sie Entscheidungen transparent. So bleibt der Entwurf belastbar, nachvollziehbar und terminsicher.
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